Leben

Kassel (schwimm-press) Der Deutsche Schwimm-Verband trauert um Ursula Klinger. Die langjährige Bundestrainerin im Wasserspringen ist am Montagmorgen einem Krebsleiden erlegen. Die 58-jährige Aachenerin, die seit 2003 erkrankt war, befand sich seit Anfang Juni diesen Jahres wieder in stationärer Behandlung.

Ursula Klinger stand als Bundestrainerin seit 1. Juli 1978 in Diensten des Deutschen Schwimm-Verbandes, seit 1991 als Cheftrainerin, zuletzt seit Oktober 2002 bis zu ihrem Ausscheiden am 30. Juni 2004 als Sportdirektorin Springen.

Wasserspringen war ihr Leben und ihre Arbeit zugleich. Bereits 1976 stand sie für den DSV als Trainerin in der Olympiamannschaft und war anschließend mit Ausnahme der Spiele in Moskau 1980 bei allen weiteren Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften vertreten. Aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz und Würdigung ihrer erfolgreichen Arbeit im Wasserspringen wurde sie 1999 vom DSB in den Beirat der Bundestrainer berufen.

Im ehrenamtlichen Bereich blieb sie weiterhin dem Springsport erhalten, gehörte seit den Weltmeisterschaften 2005 in Montreal dem Spring-Komitee des Welt-Schwimm-Verbandes FINA an. DSV-Präsidentin Dr. Christa Thiel brachte mit Ursula Klingers Nominierung für die FINA auch die Anerkennung für die international renommierte Springer-Trainerin zum Ausdruck.

Der Fachsparten-Vorsitzende Springen im DSV, Walter Alt, würdigte neben den fachlichen Qualitäten von Ursula Klinger vor allem deren „Verdienste im zwischenmenschlichen Bereich“. Die sportlichen Erfolge der DSV-Springer nach der deutschen Wiedervereinigung liegen, so Alt, gerade auch darin begründet. Alt: “Die Springer und deren Trainer aus Ost und West haben von Anfang an unter dem Einfluss und Mitwirken von Ursula Klinger ein Team gebildet und den gemeinsamen Erfolg gesucht. Gerade mit ihrem Takt- und Fingerspitzengefühl hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass die Vereinigung nicht nur erfolgreich im sportfachlichen sondern auch im Umgang miteinander positiv verlaufen ist.“

Im Oktober 2000 verlieh ihr der damalige Bundespräsident Johannes Rau das Bundesverdienstkreuz. In der Auszeichnungsbegründung hieß es: „Respektvolle und erfolgreiche Zusammenführung der Sparten Wasserspringen in den beiden deutschen Schwimm-Verbänden nach der Wiedervereinigung.“

Der DSV und die nationale und internationale Wasserspringerfamilie wird das Wirken von Ursula Klinger in ehrendem Gedenken bewahren.